Wer bin ich?
Wo komme ich her und wo gehe ich hin? Wo gehöre ich hin und warum bin ich hier? Wie fühlt sich das Nichts an?
Fragen, die mich immer wiedergefunden haben. Manchmal ganz unauffällig durch die Hintertür meiner Gedankenwelt oder frontal und unangenehm direkt ins volle Bewusstsein.
Es mag sein, dass Dir das gar nicht so unbekannt ist.
Egal, wie sehr wir es drehen und wenden. Egal, wie sehr wir versuchen wegzuschauen:
Dieses Leben hier gerade ist endlich.
Die pure Akzeptanz dessen fühlte sich für mich gar nicht schlimm an.
Vielmehr wie eine Wahrheit, die mir immer schon klar war, die in unserer modernen Gesellschaft wegen ihrer Unannehmlichkeiten jedoch lieber nicht betrachtet – gar vergessen – wird.
Wie Du ganz sicher bemerkt hast, wird das gesamte Sammelsorium unangenehmen Gefühle wie Trauer, Angst, Sorge und Wut gerne unbeachtet und mundtot gemacht. So, als ob gehören diese nicht in unsere moderne Welt.
Ich möchte, dass das aufhört.
Ich möchte, dass wir beginnen, das Leben zu sehen zwischen all dem sorglose weiß und dem angsteinflößenden schwarz. Wir sind genau das und alles dazwischen.
Warum ich so denke, dazu erzähle ich dir eine lange Geschichte ganz kurz:
Durch die Sterbebegleitung meiner Freundin Claudia durfte ich „Zuhause“ ankommen und erkennen, wer ich bin und was ich mit Dir teilen möchte.
So gibt es keine Zufälle. Oft liegt der Sinn hinter der Fassungslosigkeit versteckt.
Claudia’s Offenheit gegenüber dem Tod, ihr Mut, achtsam zu sterben und das Wissen darum, dass das nicht das Ende ist, haben mich daran erinnert, was das Leben und was der Tod ist.
Ich habe gesehen, dass wir eine Wahl haben, wie wir denken, handeln und unsere Wege durchs Leben ziehen – bis zum Ende.
Claudia hat mich daran erinnert, was ihre und sowohl meine Aufgabe ist.
Von 2020 bis 2022 hat sie selber die Ausbildung zur Sterbeamme besucht und ich gehe den Weg weiter.
Kurz vor ihrem Tod sagte sie mir: „Anne, wenn ich das hier alles doch überleben sollte, dann machen wir was zusammen daraus oder Du machst einen Film über mich, um andere Menschen zu ermutigen und wirst berühmt.“
Ihr Körper hat es nicht überlebt, aber ihre Seele ist noch da – nur anders.
In Verbundenheit und als noch Lebende auf diesem verrückten Planeten in dieser merkwürdigen Zeit, bin ich da für Dich.
Egal ob mitten im Leben oder ganz am Ende.
Herausgerissen aus dem Normal und unwissend, wie es weitergehen soll.
Lass uns das, was ist und mit dem, was Du fühlst, zu einer guten Zeit machen.
Deinen Abschied oder den Deines Menschen gestalten.
Dein Leben nach oder vor einem bevorstehenden Verlust zu einer Zeit machen, die sich trotz der Schwere wie Leben anfühlt. Wie ein Leben, das Du lieben darfst – und kannst.
Denn wir wurden geboren, um zu leben und um zu sterben.
Ich bin jetzt schon – bevor ich Dich kenne – sehr dankbar für Deine Präsenz und freue mich, Dir zu begegnen. Dir die Hand zu reichen und ein Stück mit Dir zu gehen.
Auf dem Weg bis heute...
Ausbildung Gesundheits- und Krankenpflege – Uniklinik Bonn (2005-2008)
Yoga für Krebspatienten – Gaby Kammler (2018)
Gestalttherapie Basis – Insitut für humanistische Psychotherapie Köln (2018)
Gesprächstherapie Basis – Insitut für humanistische Psychotherapie Köln (2019)
Kunsttherapie – Atelier Artig Köln (2019)
Prüfungsvorbereitung HP Psych – Artemisa Bonn (2019-2020)
In Erinnerung an einen besonderen Menschen
Am 14. Oktober 2025 hat Deine Seele Deinen Körper verlassen.
Ich weiß, Du tanzt jetzt an einem Ort, den ich noch nicht kenne.
So wie Du es vorhergesagt hast, geht es Dir gut.
Ich danke Dir für unsere Zeit, die wir hatten und so, wie wir es oft gesagt haben, werden wir immer verbunden sein.
Egal, in welchem Seinszustand.
Du bist dort und ich bin hier.
Einen Film über Dich wird es nicht geben, doch Du lebst weiter – in mir und vielen anderen Menschen. Du warst ein ganz besonderer Mensch und hast Deine Aufgabe in diesem Leben erfüllt. Wir werden uns wieder sehen – irgendwo und irgendwann.
DANKE.
In between – der sinnstiftende Newsletter
Für alle, die dem Tod einen freundlichen Platz im modernen Leben geben möchten. Es ist nie zu früh und irgendwann zu spät.